Erhöhte Expression des Stammzellmarkers Musashi-1 im Kontext von Endometriose und Endometriumkarzinom
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2008
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Abstract
Im humanen Endometrium finden während des Menstruationszyklus zyklische Prozesse der Regeneration, Zelldifferenzierung und Desquamation statt. Als Grundlage dieser hohen regenerativen Kapazität wird eine Beteiligung von Stammzellen angenommen (1). Weiterhin wird eine Beteiligung endometrialer Stammzellen an der Pathogenese der Endometriose und des Endometriumkarzinoms diskutiert (2). Da endometriale Stammzellpopulationen nur unzureichend charakterisiert sind, ergibt sich die Notwendigkeit, molekulare Marker endometrialer Progenitorzellen zu identifizieren. Einen möglichen Kandidaten stellt hierbei das RNA-bindende Protein Musashi-1 (Msi1) dar, welches die Pluripotenz neuronaler und epithelialer Progenitorzellen durch Modulation des Notch-Signaltransduktionsweges aufrechterhält (3). In dieser Studie sollte die Expression von Msi1 mittels Immunhistochemie, quantitativer real-time PCR und Immunfluoreszenzmikroskopie in Endometriums-, Endometriose- und Endometriumkarzinomgewebe von 46 Patientinnen vergleichend charakterisiert werden. Im Vergleich zum Myometrium war die endometriale Msi1-mRNA-Expression signifikant erhöht. Immunfluoreszenzmikroskopisch wurde eine Kolokalisation von Msi1 mit seinem funktionellen Partner Notch-1 und Telomerase nachgewiesen. Die Zahl Msi-1-exprimierender Zellgruppen/Gesichtsfeld war im proliferativen Endometrium gegenüber dem sekretorischen Endometrium um den Faktor 4 signifikant erhöht. In Übereinstimmung mit Hypothesen, die die Basalis als Sitz endometrialer Stammzellen vermuten, konnte ein signifikant erhöhter Prozentsatz Msi1-positiver Zellen in der Basalis im Vergleich zur Functionalis identifiziert werden. Die Zahl Msi1 exprimierender Stromazellen/Gesichtsfeld war in Endometriumkarzinomgewebe und in Endometrioseläsionen im Vergleich zu sekretorischem Endometrium signifikant um den Faktor 5 erhöht. Darüber hinaus zeigten 75% der Endometriumkarzinom- und 50% der Endometriosegewebe eine diffuse cytoplasmatische Färbung des Drüsenepithels, die im gesunden Endometrium nicht nachweisbar war. In Pilotstudien konnten wir unter Verwendung eines etablierten Protokolls (4) durch Kultivierung endometrialer Stromazellen in klonaler Verdünnung eine Anreicherung Msi-1 positiver Zellen aus Endometriumsbiopsien erzielen. Die Existenz eines endometrialen Zellpools der Msi1, Notch-1 und Telomerase exprimiert, weist auf das Vorkommen adulter Stammzellen im Endometrium hin. Der im Vergleich zu sekretorischem Endometrium signifikant erhöhte Anteil Msi1-positiver Zellen in proliferativem Endometrium, in Endometriose- und Endometriumkarzinomgewebe unterstreicht den proliferativen Charakter dieser Zellen und stützt aktuelle Hypothesen über Stammzell-vermittelte Pathogenesemechanismen endometrialer Erkrankungen (1,2). Das Konzept der induzierten Differenzierung von Progenitorzellen (5,6) könnte daher zukünftig auch im Kontext von Endometriose und Endometriumkarzinom einen sinnvollen therapeutischen Ansatz darstellen. (1) Schwab KE et al.; Fertil Steril. 84: 1124–1130 (2005). (2) Gargett CE and Chan RWS; Minerva Ginecol. 58:511–526 (2006). (3) Okano H et al.; Exp Cell Res. 306:349–356 (2005). (4) Chan RWS et al.; Biol Reprod. 70:1738–1750 (2004). (5) Yip GW et al.; Mol Cancer Ther. 5:2139–2148 (2006). (6) Tang B et al.; Cancer Res. 67:8643–52 (2007).
| Reference Key |
kiesel2008geburtshilfeerhöhte
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|---|---|
| Authors | M. Götte,M. Wolf,A. Staebler,O. Buchweitz,A. Schüring,N. Schulte,L. Kiesel;M. Götte;M. Wolf;A. Staebler;O. Buchweitz;A. Schüring;N. Schulte;L. Kiesel; |
| Journal | Geburtshilfe und Frauenheilkunde |
| Year | 2008 |
| DOI |
10.1055/s-2008-1075768
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